Förderkredite in Hamburg: Die Programme der IFB
Die IFB Hamburg fördert vor allem die Modernisierung von selbstgenutztem Wohneigentum, mit eigenen Programmen für energetische Sanierung, Barrierefreiheit und allgemeine Instandsetzung. Neubauförderung gibt es nur für eine eng gefasste Zielgruppe.
Auf dieser Seite
Die IFB Hamburg fördert selbstgenutztes Wohneigentum vor allem dort, wo modernisiert statt neu gebaut wird. Für private Haushalte sind laut IFB aktuell insbesondere vier Programme relevant: ein allgemeines Modernisierungsdarlehen, ein Zuschuss für barrierefreien Umbau, ein Zuschuss für die energetische Gebäudehülle sowie eine Neubau-/Erwerbsförderung, die sich an eine eng gefasste Zielgruppe richtet.
Die IFB-Programme im Überblick
| Programm | Zweck | Art | Antragsweg | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Eigenheimförderung für große Familien | Neubau oder Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum | Zinsverbilligtes Darlehen, Zinsbindung erste 15 Jahre | Direkt bei der IFB Hamburg, vor Baubeginn/Vertragsabschluss | IFB Hamburg |
| IFB-Modernisierungsdarlehen | Allgemeine Modernisierung und Instandsetzung (z. B. Sanitär, Dach, Balkon, Dämmung, Heizung) | Darlehen bis 25.000 € je Wohneinheit, Finanzierung bis 100 % der förderfähigen Kosten | Über ein Kreditinstitut der Wahl (Hausbank) | IFB Hamburg |
| Barrierefreier Umbau von selbstgenutzten Eigenheimen | Treppenlift, barrierefreies Bad, Türverbreiterung u. Ä. | Zuschuss zwischen 3.000 € und 20.000 € je Einzelmaßnahme | Direkt bei der IFB Hamburg, vor Vorhabenbeginn | IFB Hamburg |
| Wärmeschutz im Gebäudebestand (WSG) | Dämmung von Fassade, Dach, oberster Geschossdecke, Fenstertausch | Flächenbezogener Zuschuss, Modernisierungsbonus bei mehreren Maßnahmen | Online über das eAntragsportal, mit Energieeffizienz-Experten | IFB Hamburg |
Die Eigenheimförderung für große Familien richtet sich laut IFB an Haushalte mit mindestens drei Kindern oder mit mindestens 80 Prozent Schwerbehinderung; die Einkommensgrenzen nach dem Hamburgischen Wohnraumförderungsgesetz dürfen dabei um bis zu 100 Prozent überschritten werden. Für alle vier Programme gilt: Eigenmittel sind einzuplanen, und der Antrag muss laut IFB vor Beginn des jeweiligen Vorhabens gestellt werden – Beratungs- und Planungsleistungen zählen dabei laut IFB noch nicht als Vorhabenbeginn.
Warum es zwei unterschiedliche Antragswege gibt
Ein Detail, das leicht übersehen wird: Beim IFB-Modernisierungsdarlehen reichst du den Antrag nicht bei der IFB selbst ein, sondern bei einem Kreditinstitut deiner Wahl, das die Abwicklung mit der IFB übernimmt – ähnlich wie bei vielen KfW-Programmen. Beim barrierefreien Umbau und beim Wärmeschutz-Zuschuss läuft der Antrag dagegen direkt über die IFB, beim Wärmeschutz sogar ausschließlich online über ein eigenes Antragsportal und nur mit Einbindung eines zertifizierten Energieeffizienz-Experten. Wer die falsche Reihenfolge wählt oder die falsche Stelle anschreibt, verliert im Zweifel Zeit, die bei einem laufenden Bauvorhaben knapp sein kann.
Wärmeschutz im Gebäudebestand: nur für ältere Gebäude
Der Zuschuss für die Gebäudehülle gilt laut IFB nur für Wohngebäude, deren Baugenehmigung mehr als 20 Jahre zurückliegt. Gefördert werden einzelne Bauteile wie Fassaden- und Dachdämmung oder der Fenstertausch, mit einem Modernisierungsbonus, wenn mehrere Maßnahmen gleichzeitig umgesetzt werden. Ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage ist laut Programmseite verpflichtend, unabhängig davon, ob die Heizung selbst Teil des Vorhabens ist.
Abgrenzung zu KfW und BAFA
Neben den IFB-Programmen verlinkt die IFB selbst auf die Bundesförderung für effiziente Gebäude (KfW 261) und auf Ergänzungskredite der KfW für Einzelmaßnahmen, die parallel zur Landesförderung laufen können, aber eigene Konditionen und einen eigenen Antragsweg über die KfW oder die Hausbank haben. Für den Heizungstausch ist zusätzlich das BAFA zuständig. Welche Kombination sich lohnt, hängt vom Einzelfall ab und sollte vor Antragstellung geklärt werden, statt Programme parallel ins Blaue zu beantragen.
Beratung vor Ort
Die Verbraucherzentrale Hamburg berät unabhängig zu Energiefragen rund ums selbstgenutzte Zuhause und hilft einzuordnen, welche energetische Maßnahme sich überhaupt lohnt, bevor ein Förderantrag gestellt wird.
Wann ein Ratenkredit die praktikablere Lösung ist
Für kleinere Vorhaben unterhalb der Förderschwellen, bei Eile oder wenn keines der IFB-Programme passt, kommt ein freier Ratenkredit infrage. Ein Ratenkredit ist oft schneller verfügbar, meist aber teurer als ein Förderdarlehen; vergleiche die Gesamtkosten, und achte dabei auf den Effektivzins statt nur auf die Rate, und plane bei einer Renovierung Budget und Kreditbetrag getrennt, damit die Reserve für Unvorhergesehenes nicht mitfinanziert wird.
Häufige Fragen
Wer ist die Förderbank in Hamburg?
Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) vergibt die städtischen Förderprogramme für Wohneigentum. Je nach Programm beantragst du direkt bei der IFB oder über deine Hausbank.
Bekommt jeder Hamburger die Eigenheimförderung für Neubau oder Kauf?
Nein. Die Eigenheimförderung für große Familien richtet sich laut IFB an Haushalte mit mindestens drei Kindern oder mit mindestens 80 Prozent Schwerbehinderung, zusätzlich gelten Einkommensgrenzen. Wer diese Kriterien nicht erfüllt, findet auf dieser Ebene kein eigenständiges Neubau-Förderprogramm der Stadt.
Muss ich für die Modernisierungsförderung zur IFB oder zur Hausbank?
Das ist je nach Programm unterschiedlich: Beim IFB-Modernisierungsdarlehen reichst du den Antrag laut IFB bei einem Kreditinstitut deiner Wahl ein, das die Sache mit der IFB abwickelt. Beim barrierefreien Umbau und beim Wärmeschutz-Zuschuss stellst du den Antrag dagegen direkt bei der IFB.
Was passiert, wenn ich vor der Antragstellung schon mit den Arbeiten anfange?
Bei allen genannten IFB-Programmen ist der Antrag laut Programmseite vor Beginn des Vorhabens zu stellen. Planungs- und Beratungsleistungen gelten laut IFB beim Modernisierungsdarlehen ausdrücklich noch nicht als Vorhabenbeginn, ein unterschriebener Handwerkerauftrag in der Regel schon.
Ausgewählte Quellen
Deine nächsten Schritte
Schleswig-Holstein
Die IB.SH vergibt ein zinsloses Darlehen für Wohneigentum von Familien und schwerbehinderten Haushalten. Ein Landesprogramm für Modernisierung fehlt.
WeiterlesenRenovierung
Renovierungskosten realistisch planen: Handwerkerangebote, Material, Projektreserve und Eigenmittel vor dem Kreditbetrag festlegen.
WeiterlesenMaximale Rate
Einnahmen, Ausgaben, laufende Raten und Sicherheitsreserve zu einem rechnerisch freien Monatsbetrag zusammenführen – lokal im Browser.
Weiterlesen