Dispozinsen werden vereinfacht auf einen konstanten Betrag gerechnet. In der Realität schwankt der Saldo; der Rechner macht deshalb nur die Größenordnung sichtbar.
Was hier gerechnet wird
Die Dispo-Seite rechnet einfach: Betrag × Zinssatz × Zeitraum in Jahren. Also 3.000 Euro zu 12,5 Prozent über zwölf Monate ergeben 375 Euro Zinsen. Es wird unterstellt, dass der Betrag durchgehend in gleicher Höhe ausgeschöpft bleibt, und es wird nicht aufgezinst. Die Kredit-Seite nutzt dieselbe Annuitätenformel wie die übrigen Rechner und weist nur den Zinsanteil aus, damit beide Seiten dasselbe messen: reine Zinskosten.
Der Vergleich hinkt — und zwar zugunsten des Kredits
Das muss man offen sagen: Am Ende der Laufzeit ist der Ratenkredit getilgt, der Dispo dagegen steht noch in voller Höhe. Der Kredit hat weniger Zinsen gekostet, weil die Restschuld Monat für Monat gesunken ist — nicht nur, weil sein Zinssatz niedriger war. Ein fairer Vergleich lautet deshalb nicht „Kredit oder Dispo", sondern: „geplant tilgen oder unbefristet schulden". Wer den Dispo ohnehin binnen weniger Wochen ausgleicht, braucht keinen Kredit. Wer ihn seit Monaten in ähnlicher Höhe mitschleppt, vergleicht in Wahrheit zwei sehr unterschiedliche Dinge.
- ✓Ratenkredit: am Ende getilgt
- ✓Dispo: am Ende unverändert offen
- ✓Kredit-Zinsvorteil kommt auch aus der Tilgung
- ✓Kurze Überziehungen bleiben beim Dispo praktischer
Zwei Vereinfachungen auf der Dispo-Seite
Erstens: Ein realer Dispositionskredit wird auf den tatsächlichen Tagessaldo berechnet und die Zinsen werden üblicherweise quartalsweise belastet — sie zinsen sich also mit, sobald sie den Saldo erhöhen. Unser Modell rechnet linear und liegt damit eher etwas zu niedrig. Zweitens: Der Dispozins ist variabel. Er kann sich während des Zeitraums ändern, und das Modell prognostiziert das nicht. Der aktuelle Satz steht in deinen Kontobedingungen oder im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank; die Deutsche Bundesbank weist Dispo- und Ratenkreditzinsen in ihrer Zinsstatistik getrennt aus.
Wenn der Dispo dauerhaft ausgeschöpft ist
Ein Dispo, der seit vielen Monaten nicht mehr auf null geht, ist kein Liquiditätspuffer mehr, sondern eine teure Dauerfinanzierung ohne Tilgungsplan. Das ist der Punkt, an dem eine Umschuldung rechnerisch meist deutlich gewinnt. Wenn allerdings mehrere Verbindlichkeiten gleichzeitig offen sind und die Rate insgesamt nicht mehr tragfähig wirkt, ist die richtige Adresse keine Umschuldung, sondern eine kostenlose Schuldnerberatung. Diese Beratung ist unabhängig und kostet nichts — anders als jedes weitere Kreditangebot.